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Nähte richtig schließen

Ein Pullover kann noch so schön gestrickt sein, wenn es nicht gelingt, die Nähte sauber zu schließen, hat das Strickstück seinen Chic komplett verloren. Nicht umsonst gibt es viele Ideen von Designern, die Pullover, Socken oder Jacken nahtlos stricken. Aber das ist nicht immer möglich und die meisten Anleitungen sehen das „Nahtlos-Stricken“ auch nicht vor. Sie kommen also nicht daran vorbei, Ihre Nähte ordentlich zusammenzuarbeiten. Schauen Sie sich das erste Foto an. Sehen Sie die Naht und gefällt sie Ihnen? Lesen Sie hier, wie Sie ebenfalls so saubere Nähte hinkriegen. Es gibt hauptsächlich zwei Methoden – weiterlesen für Abonnenten … um Nähte zu schließen. Die erste Methode ist das Zusammenhäkeln mithilfe von Kett-Maschen. Dazu benötigen Sie eine passende Häkelnadel. Am besten wählen Sie eine halbe oder ganze Größe kleiner als die Nadel, mit der Sie gestrickt haben. Die Strickteile, die zusammengefügt werden sollen, werden rechts auf rechts aufeinander gelegt und mit großen Stecknadeln zusammengesteckt. Die erste Stecknadel an den Anfang, die zweite an das Ende der Naht, die dritte in die Mitte und noch ein paar mehr dazwischen. Ganz Ordentliche dürfen auch reihen. Mir wurde allerdings berichtet, dass man das heute nicht mehr täte – schade. Das Reihen ist ein zusätzlicher Arbeitsgang und kostet Zeit, ist aber die einzige Methode, zwei Teile so aneinander zu heften, dass sie nicht mehr auseinander gehen können. Vorschlag zur Reihenfolge, also welche Naht zuerst: 1. Die Schulternähte, sofern nicht schon zusammengestrickt, dann die Armkugel. Als drittes werden die Ärmelnähte und gleich im Anschluss daran die Seitennähte geschlossen. Ich gehe davon aus, dass Sie Ihre Randmaschen alle gestrickt haben. Nehmen Sie nun Ihre Wolle und beginnen Sie, mit der Häkelnadel zuerst in die jeweils erste Randmasche der beiden Teile zu stechen, holen Sie den Faden durch (Fadenende nicht zu kurz lassen). Nun stechen Sie in die jeweils nächste Randmasche, holen den Faden wieder durch und ketten ab. Wenn Sie nicht wissen, wie Kettmaschen gehäkelt werden, rufen Sie mich an oder schauen bei YouTube vorbei. Randmasche für Randmasche häkeln Sie die Naht weiter bis zum Ende. Wenn Vorder- und Rückenteil dieselbe Reihenanzahl haben, müssten Sie genau hinkommen. Die zweite Methode nennt sich „Zusammennähen mit Matratzenstich“. Diese Methode eignet sich besonders gut für dicke Garne, weil die Naht etwas flacher wird als beim Zusammenhäkeln. Hierzu brauchen Sie eine stumpfe Stopfnadel, durch deren Öse Ihr Wollfaden passt. Die Reihenfolge, welche Naht zuerst geschlossen wird, bleibt gleich. Sie legen nun die beiden miteinander zu verschließenden Teile mit der rechten Seite (also der Vorderseite) nebeneinander und beginnen beispielsweise mit dem rechts liegenden Teil. Mit der Stopfnadel stechen Sie von vorne nach hinten und über dem Querfaden wieder nach vorne. Faden durchziehen, zur linken Seite wechseln und genau so um den Querfaden herum stechen. Faden durchziehen und zur rechten Seite wechseln. Der Fadenverlauf windet sich wie eine Schlange von der einen zur anderen Seite. Nachdem Sie einige Reihen so zusammengenäht haben, ziehen Sie den Faden so fest, dass die Naht geschlossen ist, sich aber nicht zusammenzieht. Dazu gehört anfangs ein bisschen Fingerspitzengefühl, bald haben Sie den Bogen aber raus.

Das sind natürlich nicht die einzigen Methoden, Strickteile zusammen zu fügen. Es gibt einige mehr. Ich selbst habe mit diesen beiden die besten Erfahrungen gemacht. Für welche Methode Sie sich entscheiden, ist selbstverständlich Ihnen überlassen. Denn letztendlich ist nur eines wichtig: Sie sollen mit Ihrem Ergebnis zufrieden sein und sich an Ihrem neuen Pullover freuen. Und wenn Ihre Freunde Sie fragen: „wow, wo hast Du den denn gekauft?“, dann haben Sie alles richtig gemacht!

  1. Foto:     Aymara-Pullover von vorne
  2. Foto: Aymara-Pullover von innen
  3. Foto: zusammengesteckte und geriehene Seitennaht
  4. Foto: Beginn der Kettmaschenreihe
  5. Foto: zusammengelegte Teile rechts an rechts
  6. Foto: Verlauf des Fadens beim Matratzenstich