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Verena 3/17

Ariane Kuck - Exklusiv in Verena 3/17

Gesamt verena

 

Viele Menschen hegen den Traum, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Ariane Kuck hat genau dies getan und berichtet mit bestechender Ehrlichkeit, dass es auch viel Engagement, schlafloser Nächte und unermüdlichen Fleißes bedarf, um einen Traum wirklich zu leben: „Ich glaube, es gibt nicht viele Menschen, die von sich behaupten können, dass sie jeden Tag gerne ihrer Arbeit nachgehen. Ich bin einer dieser Menschen, und das seit nunmehr 25 Jahren. Denn so lange habe ich nun mein Wollgeschäft. Neueröffnung, mehrere Umzüge, jahrelange Strick-Unlust, schlechtes Wetter, zu heiße Sommer und viel zu warme Winter habe ich erlebt. Eine Sechs-Tage-Woche und am Sonntag Buchhaltung, Feilschen mit Bank, Vermieter und Finanzamt, wenn im Sommer kein Pfennig mehr auf den Konten war, und dennoch bin ich jeden Tag gerne in mein Geschäft gekommen. 

 

casalana verena

 

Wer Geld verdienen oder sogar reich werden möchte, dem rate ich dringend davon ab, ein Wollgeschäft zu eröffnen. Hier ist Enthusiasmus gefragt, die unverbrüchliche Liebe und Leidenschaft für die Wolle, die Freude daran, seine Kunden nicht nur zu bedienen, sondern vor allem zu beraten und zu begleiten. Und immer wieder zu begeistern mit neuen Ideen, Kreationen und guten Produkten. In meinem Fachgeschäft erwarten die Kunden hochwertige Garne und immer wieder etwas Besonderes. Nun habe ich das Glück, dass mein Geschäft mitten in der Kölner Innenstadt liegt. Das erlaubt mir, aus dem Vollen zu schöpfen. Mein Hauptlieferant ist die renommierte Wollfirma Lana Grossa, die mit fantastischen Kollektionen und einer Fülle von Modellen beispielhaft den Fachhandel unterstützt. Daneben finden unsere strickbegeisterten Kundinnen und Kunden die exklusiven Garne von Noro aus Japan, Debbie Bliss und Louisa Harding aus England, Mirasol aus Peru. Mit diesem Angebot gelingt es mir, fast jeden Kundenwunsch zu erfüllen. Strickkurse gibt es auch in meinem kleinen Ladenlokal, das eine Verkaufsfläche von nur 45 Quadratmetern hat. Ringsherum stehen Regale voll mit Wolle, oben drauf türmen sich die Kartons. In den Tiefen der Keller habe ich zwei Lagerräume angemietet, die all das bevorraten, was oben nicht mehr reinpasst. Wolle, die nicht mehr weitergeführt wird, landet rigoros vor der Tür und wird ausverkauft. So bleibt mein Angebot immer aktuell und kein „Altertümchen“ nimmt mir Platz weg für Neues.

Ich habe in meinem Berufsleben viel Glück gehabt. Denn an meiner Seite waren immer Mitarbeiterinnen, auf die ich mich verlassen konnte und die mich unterstützt haben. Heute erwartet meine Kundinnen und Kunden ein Team ebenso wollsüchtiger Frauen, wie ich es bin, die ihre Freude am Verkauf und an den schönen Garnen mit mir teilen und die ihre eigenen Ideen mit einbringen. So entsteht ein toller und vielfältiger Mix, der unsere Kunden immer wieder zum Stricken verführt. 

 

waltraud verena

 

Wollgeschäft-Inhaberin ist kein Beruf, es ist Berufung. Oft stehe ich nach Ladenschluss vor den Regalen, lasse die Augen über die Garne und Farben streifen und auf mich wirken. Dann überfällt mich der dringende Wunsch, sofort alle Knäuel anzustricken und auszuprobieren, was man damit am besten machen könnte. Wolle ist schon immer mein Medium gewesen. Ich könnte auch nähen, malen oder basteln, aber nichts fasziniert mich so sehr wie dieses Material. Hätte ich nicht diesen absoluten Willen gehabt, das Geschäft zu haben und zu halten, gäbe es die Casa Lana vielleicht nicht mehr. Betriebswirtschaftlich gesehen war das Weiterführen des Geschäftes viele Jahre bedenklich. Aber meine Liebe war größer. Und sie hat gesiegt! Jedes neue Jahr ist spannend, fordert mir neue Flexibilität, Geduld und Nerven ab. Ich denke manchmal, dass es genau das ist, was mich all diese Jahre an dem Geschäft fasziniert hat. Nichts bleibt, wie es war. Das Geschäft, das Angebot, die Kundschaft, all dies ist ein dynamischer Prozess, der einer ständigen Wandlung unterworfen ist. Darauf gilt es, zu reagieren. Ein lieber Freund, der ebenfalls sein Leben „in der Wolle“ zugebracht hat, sagte immer: „ Unternehmer sein, heißt etwas zu unternehmen, und das selbst und ständig!“ Ja, so ist es. 

 

ariane verena

Ariane Kuck, Casa Lana Köln